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Im Funpark ist Schluss mit lustig Abo
Freiburgs größte Diskothek ist geschlossen, die Betreibergesellschaft musste Insolvenz beantragen / Offen ist, wie es weitergeht
Von unserem Redakteur Joachim Röderer
Der Funpark war die größte Diskothek von Freiburg und der gesamten Region. Jetzt ist im Industriegebiet Nord Schluss mit lustig: Die Funpark Freiburg GmbH hat Insolvenz beantragt, die Großraumdiskothek ist seit Neujahr geschlossen. "Eine Betriebsfortführung erscheint eher zweifelhaft" , sagt Rechtsanwalt Oliver F. Leers, der als Gutachter derzeit prüft, ob ein Insolvenzverfahren eröffnet wird.
Eigentlich war alles ganz anders geplant: Nach dem Jahreswechsel sollte der Funpark verkauft, umgebaut und mit einem neuen Konzept eröffnet werden. Diese Vorhaben sind aber offenbar allesamt geplatzt. Stattdessen haben die Betreiber nun Insolvenz beantragt. Rechtsanwalt Leers hat sich gestern erstmals vor Ort ein Bild von der Diskothek gemacht. Er muss nun entscheiden, ob genug Masse vorhanden ist, um überhaupt ein Insolvenzverfahren zu eröffnen.
Der Funpark ist eine Großraumdiskothek, die auf mehreren Ebenen ("Floors" ) verschiedene Themenbereiche abdeckt. Vor sieben Jahren wurde der Funpark als Erlebniscenter auf immerhin 3000 Quadratmetern eröffnet. Rund 4,3 Millionen Euro sind damals investiert worden.
In den Tanzhallen ging es eher rustikal zu: Hin und wieder schaute Schlagerkönig Jürgen Drews im Funpark auf drei Lieder vorbei. Im Dezember 2006 trat auch die TV-Casting-Band "Monrose" mit der Freiburgerin Bahar Kizil auf. Das Einzugsgebiet der Disco reichte von Karlsruhe bis Basel, zu den besten Zeiten fuhren an einem Wochenende 5000 bis 6000 Diskofans ins Industriegebiet Nord.
Diese besten Zeiten lagen aber offenbar schon länger hinter dem XXL-Tanzlokal. Am Ende sollen nur noch um die 200 Gäste am Abend gezählt worden sein, so berichtet Mitgesellschafter Christian Helbling, der sich Ende Oktober aus der Geschäftsführung zurückgezogen hatte. Zuletzt lag der Funpark auch im Clinch mit dem Toom-Baumarkt, der seine Parkplätze nicht mehr zur Verfügung stellte. Falschparker seien abgeschleppt worden, was wiederum die Gäste verärgerte.
Zudem stand der Funpark immer wieder wegen Schlägereien in den Schlagzeilen, die sich aber meist im Außenbereich der Disco ereigneten. Als die Stadt im Sommer ein Verbot von Flatrates — das heißt: die Abgabe von Alkohol zum Pauschalpreis — erlassen hatte, zielte dies nicht zuletzt auf den Funpark. Wegen der häufigen Auseinandersetzungen auf dem Disco-Areal war das fürs so genannte Bermuda-Dreieck in der Innenstadt erlassene Alkoholverbot auch für die Hans-Bunte-Straße und den Funpark gültig.
Bei der Polizei hat man die Schließung des Nachtlokals bereits registriert. Die Frage ist nun: Wo gehen die Funpark-Gäste jetzt hin? "Die hören ja nicht auf, in Diskotheken zu gehen" , meint Polizeisprecher Ulrich Brecht. Er vermutet, dass viele Diskofans auf die Clubs in der Innenstadt ausweichen: "Dort haben einige noch Luft" , meint Brecht. Auch die Diskothek "Saustall" in Bad Krozingen kann sich wohl auf ehemalige Funparkler freuen.
Offen ist, wie es im Industriegebiet Nord weitergeht. Christian Helbling rechnet mit einer längeren Pause, die gut ein Jahr dauern könne. Ohnehin schwant Helbling, dass die Zeit der Großraum diskos abgelaufen ist. Der Trend gehe eher zu Kneipen und kleineren Clubs.
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